Praxis
Praxisbeiträge
Der erste Beitrag dieser Rubrik zeigt, wie Sie einen Fluchtplan für die Familie erstellen und üben. Das Ergebnis: Alle in der Familie wissen, wie sie Wohnung oder Haus verlassen, wenn der Rauchmelder anschlägt oder Rauch aufsteigt, wer Kindern und älteren Angehörigen hilft, wo Sie sich draußen treffen und wer den Notruf wählt – in Russland 101 oder 112, im Ausland die örtliche Notrufnummer, etwa 112 in der EU oder 911 in den USA. Die Beispiele sind fiktiv und dienen nur der Veranschaulichung.
Während eines Brandes bleibt keine Zeit, einen Plan zu erfinden. Er sollte vorher an einem ruhigen Tag entstehen und einmal gemeinsam durchgespielt werden.
Bevor Sie beginnen
- Ein Blatt Papier und ein Bleistift für eine einfache Skizze von Wohnung oder Haus
- Eine halbe Stunde, in der die ganze Familie zu Hause ist, auch die Kinder
- Wissen, wo der Schlüssel der Wohnungstür liegt und ob es einen zweiten Ausgang gibt
- Die Bereitschaft, ruhig zu besprechen, wer beim Hinausgehen Hilfe braucht
Zeichnen Sie einen Grundriss
Markieren Sie Zimmer, Türen, Fenster, Balkon, Flur und Treppe. Die Skizze muss nicht genau sein – wichtig ist, dass alle verstehen, wo sich was befindet und wie man aus jedem Zimmer zum Ausgang kommt.
Fiktives Beispiel: Die Wohnung hat zwei Zimmer und eine Küche. Pfeile auf der Skizze zeigen den Weg aus jedem Zimmer zur Wohnungstür und ins Treppenhaus.
Finden Sie zwei Fluchtwege
Der Hauptweg ist meist die Wohnungstür und die Treppe. Überlegen Sie, was zu tun ist, wenn dieser Weg durch Rauch abgeschnitten ist: Im Einfamilienhaus kann das eine andere Tür sein, im Mehrfamilienhaus ein Balkon oder ein Zimmer, in dem man die Tür schließen und auf Hilfe warten kann. Aufzüge dürfen im Brandfall nicht benutzt werden.
Fiktives Beispiel: Ist im Flur Rauch, geht die Familie ins hintere Zimmer, schließt die Tür, wählt die 112 und stellt sich ans Fenster, damit sie gesehen wird.
Legen Sie einen Treffpunkt fest
Wählen Sie einen Ort draußen in sicherer Entfernung vom Haus, an dem sich alle nach dem Verlassen treffen. So ist sofort klar, ob alle draußen sind, und niemand geht zurück ins Gebäude, um die anderen zu suchen.
Fiktives Beispiel: Treffpunkt ist die Bank gegenüber dem Hauseingang. Wer zuerst draußen ist, wartet dort auf die anderen und geht nicht zurück.
Verteilen Sie die Aufgaben
Legen Sie vorher fest, wer den Kindern hilft, wer älteren Angehörigen oder Menschen, die sich schwer bewegen, und wer das Telefon nimmt und anruft. Die Aufgaben sollten einfach sein, damit sie auch in Eile gelingen.
Fiktives Beispiel: Die Mutter bringt das jüngste Kind hinaus, der ältere Sohn begleitet die Großmutter, der Vater geht als Letzter, schließt die Tür und wählt die 101.
Wiederholen Sie das Verhalten im Brandfall
Melden Sie den Brand über 101 oder 112, verlassen Sie den Raum, schließen Sie Türen hinter sich, bewegen Sie sich bei Rauch gebückt und gehen Sie nicht zurück, um Sachen zu holen. Anrufen können Sie auch draußen, wenn es drinnen das Hinausgehen verzögert.
Fiktives Beispiel: Bei der Übung nennen die Kinder abwechselnd die Nummern 101 und 112 und sagen, was sie der Leitstelle mitteilen: was brennt und unter welcher Adresse.
Wiederholen Sie das Verhalten bei Gasgeruch
Bei Gasgeruch weder Licht noch Elektrogeräte ein- oder ausschalten und kein offenes Feuer benutzen. Öffnen Sie die Fenster, verlassen Sie den Raum und rufen Sie erst draußen den Gas-Notdienst unter 104 oder die 112 an.
Fiktives Beispiel: In der Küche riecht es nach Gas. Ein Familienmitglied rührt den Lichtschalter nicht an, öffnet das Fenster, bringt alle ins Treppenhaus und ruft von draußen die 104 an.
Führen Sie eine Übung durch
Gehen Sie den ganzen Plan in Ruhe gemeinsam durch: vom Signal des Rauchmelders oder einem vereinbarten Kommando bis zum Treffpunkt. Besprechen Sie, was geklappt hat und was unpraktisch war – etwa dass der Schlüssel zu lange gesucht wurde oder die Balkontür klemmt.
Fiktives Beispiel: Bei der Übung stellte sich heraus, dass der Schlüssel der Wohnungstür in einer Tasche im anderen Zimmer lag. Die Familie hängt ihn jetzt an einen Haken neben der Tür.
Halten Sie den Plan aktuell
Nehmen Sie sich den Plan wieder vor, wenn sich etwas ändert: Umzug, Renovierung, die Geburt eines Kindes, ein älterer Angehöriger zieht zu Ihnen. Hängen Sie die Skizze gut sichtbar auf und wiederholen Sie die Übung von Zeit zu Zeit.
Fiktives Beispiel: Nach dem Umstellen versperrte ein Schrank einen Teil des Wegs zum Balkon. Die Skizze wurde aktualisiert und der Schrank verschoben.
Typische Fehler
- Sich darauf verlassen, dass im Brandfall alle von selbst wissen, was zu tun ist
- Im Brandfall den Aufzug benutzen
- In die Wohnung zurückgehen, um Sachen, Papiere oder Haustiere zu holen
- Keinen Treffpunkt vereinbaren und einander im Gebäude suchen
- Den Schlüssel der Wohnungstür an einem unbekannten Ort aufbewahren
- Flur, Vorraum und Treppenhaus zustellen
Alternativen
- Bei kleinen Kindern die Übung in ein ruhiges Spiel verwandeln und öfter wiederholen
- Wenn jemand nicht allein hinauskommt, vorher festlegen, wer hilft, und den Plan mit den Nachbarn besprechen
- Wer allein lebt, spricht den Plan laut durch und erzählt Angehörigen oder Nachbarn davon
Checkliste zum Ergebnis
- Ein Grundriss von Wohnung oder Haus mit Fluchtwegen ist gezeichnet
- Es gibt eine Alternative, falls der Hauptweg durch Rauch abgeschnitten ist
- Ein Treffpunkt draußen ist festgelegt
- Die Aufgaben sind verteilt: wer Kindern und Älteren hilft, wer anruft
- Alle kennen die russischen Nummern 101, 112 und 104 bzw. den örtlichen Notruf
- Alle wissen, dass der Aufzug im Brandfall tabu ist
- Der Schlüssel der Wohnungstür hat einen festen Platz
- Mindestens eine Übung hat stattgefunden
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Themen, die die Redaktion plant
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Glossar: Brand und Verbrennung, Brandklassen, Schutzmittel, Dokumente und Vorschriften.
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Lesewege: erste Schritte zu Hause, vor der Saison, Gespräche mit Kindern und Eltern.
Quellen
- Föderales Gesetz Nr. 69-FZ „Über den Brandschutz“
- Brandschutzvorschriften der Russischen Föderation (Regierungsverordnung Nr. 1479)
- EMERCOM Russland – Sicherheitsmerkblätter für die Bevölkerung
Die Angaben entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Erstellung. Die russischen Brandschutzvorschriften, Bundesgesetze und Merkblätter des Katastrophenschutzministeriums EMERCOM werden aktualisiert – prüfen Sie geltende Anforderungen in den offiziellen Dokumenten und die Wartung eines Geräts in der Anleitung und im Gerätepass des Herstellers.